
Die mikrobiologische Sicherheit biologischer Produkte ist ein entscheidender Schritt während der Entwicklung, Herstellung und Chargenfreigabe. Biologika erfordern eine umfassende Prüfstrategie, die die Abwesenheit mikrobieller Kontamination verifiziert und gleichzeitig die Einhaltung internationaler pharmakopöischer und regulatorischer Anforderungen demonstriert.
Eine umfassende mikrobiologische Kontrollstrategie ist unerlässlich, um potenzielle Kontaminationsrisiken in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung und -herstellung zu bewerten. Bei der Kymos Group unterstützt unser GMP-zertifiziertes Mikrobiologielabor diese Strategie mit mikrobiologischen Qualitätskontrolldienstleistungen für Biologika, Zell- und Gentherapien, Impfstoffe und andere sterile und nicht-sterile pharmazeutische Produkte.
Ein umfassender Ansatz
Die Produktsicherheit beruht auf einer Kombination von Assays, die Kontaminationsrisiken in verschiedenen Phasen der Herstellung und Qualitätskontrolle bewerten.
Diese mikrobiologischen Bewertungen werden oft zusammen mit physikochemischen und analytischen Qualitätskontrolltests durchgeführt und bieten einen integrierten Ansatz zur Produktcharakterisierung und Chargenfreigabe.
Bioburden
(Gemäß Ph. Eur. 2.6.12; USP <1119>)
Die Bioburden-Prüfung bestimmt die Gesamtpopulation lebensfähiger Mikroorganismen in Rohstoffen, APIs oder Fertigprodukten vor der Sterilisation oder aseptischen Verarbeitung. Sie ist eine kritische Qualitätskontrollmaßnahme zur Bewertung des mikrobiologischen Status der Herstellungsprozesse. Die routinemäßige Überwachung der Bioburden-Werte stellt sicher, dass die Prozesse unter Kontrolle bleiben und unterstützt die Validierung und fortgesetzte Wirksamkeit von Sterilisationsverfahren.
Mikrobielle Grenzwerte: TAMC, TYMC und spezifische Mikroorganismen
(Gemäß Ph. Eur. 2.6.12/Ph. Eur. 2.6.13; USP <61>/ USP <62>)
Im Gegensatz zur Bioburden-Prüfung wird die Prüfung auf mikrobielle Grenzwerte für nicht-sterile pharmazeutische Produkte verwendet, um die mikrobiologische Qualität des Produkts zu bewerten und zu überprüfen, ob die mikrobielle Population innerhalb der von den relevanten Pharmakopöen definierten akzeptablen Grenzen bleibt.
Der Test umfasst:
- Gesamtzahl aerober Mikroorganismen (TAMC): Zählung aerober Bakterien.
- Gesamtzahl von Hefen und Schimmelpilzen (TYMC): Zählung von Hefen und filamentösen Pilzen.
- Nachweis spezifischer Mikroorganismen, wie Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Salmonella spp., Candida albicans oder gallentoleranter Gram-negativer Bakterien, abhängig von der Produktkategorie und dem Verabreichungsweg.
Sterilitätsprüfung
(Gemäß Ph. Eur. 2.6.1, USP<71>)
Die Sterilitätsprüfung bestätigt die Abwesenheit lebensfähiger Mikroorganismen in Produkten, die steril sein sollen. Unter streng kontrollierten aseptischen Bedingungen durchgeführt, ist sie ein kritischer Qualitätskontrolltest und eine Schlüsselanforderung für die Chargenfreigabe steriler Biologika und injizierbarer Produkte.
Für die Prüfung steriler Produkte umfasst unser Mikrobiologielabor einen dedizierten Reinraum, der mit zwei 4-Handschuh-Isolatoren, einer Steritest® Symbio® Pumpe und einem H₂O₂-Biodekontaminationssystem ausgestattet ist. Diese fortschrittliche Isolatortechnologie minimiert das Risiko externer Kontamination und gewährleistet gleichzeitig eine zuverlässige Sterilitätsprüfung gemäß den pharmakopöischen Anforderungen.
Bakterielle Endotoxinprüfung
(Gemäß Ph. Eur. 2.6.14; USP <85> und <86>)
Bakterielle Endotoxine, die aus der äußeren Membran Gram-negativer Bakterien stammen, können auch nach der Eliminierung von Mikroorganismen vorhanden bleiben. Werden Endotoxine Patienten verabreicht, können sie schwere pyrogene Reaktionen hervorrufen, was ihren Nachweis für medizinische Produkte, insbesondere parenterale Biologika, unerlässlich macht.
Die Auswahl einer geeigneten Endotoxin-Nachweismethode hängt von den Eigenschaften des Produkts und den anwendbaren Anforderungen ab. Es stehen mehrere validierte Methoden zur Verfügung, darunter:
- Kinetisch-chromogenes LAL
- Kinetisch-turbidimetrisches LAL
- Gel-Clot-Assay
- Rekombinantes Kaskadenreagenz (rCR)
Schneller Mykoplasmennachweis mittels qPCR: Früherkennung für bessere Entscheidungen
Zusätzlich zu konventionellen mikrobiologischen Methoden können molekulare Ansätze einen schnelleren Nachweis spezifischer Kontaminanten ermöglichen. Der schnelle Mykoplasmennachweis mittels qPCR ist besonders wertvoll für die Überwachung von Zellkulturen, Zellbanken, viralen Vektoren und anderen Biologika, da er eine frühzeitige Erkennung von Kontaminationen ermöglicht.
Bei Kymos ist ein GLP-konformer qPCR-basierter Mykoplasmennachweis zur Unterstützung von Entwicklungsaktivitäten verfügbar.
Im Vergleich zu traditionellen kulturbasierten Methoden bietet qPCR:
- Ergebnisse innerhalb von Stunden statt mehrerer Wochen
- Hohe analytische Sensitivität und Spezifität
- Früherkennung von Kontaminationen
Die zunehmende Akzeptanz von Nukleinsäure-Amplifikationstechniken (NAT), einschließlich qPCR, spiegelt sich in den aktuellen pharmakopöischen Leitlinien wider. Das überarbeitete Kapitel „2.6.7 Mykoplasmen“ der Europäischen Pharmakopöe erkennt validierte NAT-basierte Methoden als Teil des regulatorischen Rahmens für den Mykoplasmennachweis an, während die neue „USP <77> Mycoplasma Nucleic Acid Amplification Tests“ Leitlinien für die Validierung und Anwendung qualitativer NAT-Methoden bereitstellt. Diese Überarbeitungen unterstreichen die wachsende Akzeptanz von PCR-basierten Technologien für den Mykoplasmennachweis, wenn sie für ihren beabsichtigten Verwendungszweck entsprechend validiert sind.
Integrierte GMP-Mikrobiologiedienstleistungen für Biologika
Die Gewährleistung der mikrobiologischen Sicherheit von Biologika erfordert mehr als einen einzelnen Test. Die geeignete Kombination mikrobiologischer und molekularer Methoden hängt vom Produkt, dem Herstellungsprozess, dem Entwicklungsstadium und den anwendbaren regulatorischen Anforderungen ab.
Unser Mikrobiologielabor kombiniert modernste Einrichtungen, hochspezialisiertes Personal und umfassende regulatorische Expertise, um Hersteller während des gesamten Produktlebenszyklus zu unterstützen, von der Prozessentwicklung und dem Technologietransfer bis zur Methodenvalidierung, Stabilitätsstudien und kommerziellen Chargenfreigabe.
Dieser integrierte Ansatz trägt dazu bei, dass mikrobiologische Risiken effektiv bewertet, überwacht und kontrolliert werden, während gleichzeitig die Einhaltung internationaler GMP-Anforderungen, eine zuverlässige Produktfreigabe und letztendlich die Patientensicherheit unterstützt werden.

